Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
250
Einzelbild herunterladen
 

man ihr eine so fromme Handlung überall gut ausle-gen werde, eine gewisse Vorliebe für Luzien und end-lich auch ein gewisser Trost, einem schuldlosen WesenGutes zu erzeigen, Unterdrückte zu trösten und auf-zurichten, hatten die Signora in der That bewogen,sich das Schicksal der beiden Flüchtlinge zu Herzenzu nehmen. Aus Ehrerbietung für ihre ertheilten Be-fehle und bewiesenen Antheil, wurden sie in der Woh-nung der Schaffnerin, im Nebengebäude des Klosters,untergcbracht und, als wenn sie sich in Diensten desKlosters befänden, behandelt. Mutter und Tochterempfanden nicht geringe Eenugthuung, sich so baldund sicher geborgen zu sehen. Gern würden sie auchgesehen haben, wenn man sie weiter gar nicht beach-tet hätte; aber das war in einem Kloster nicht zu er-warten, um so mehr nicht, da ein Mann lebte, demes gar sehr um Nachrichten von Luzien zu thun warund in dessen Seele sich nun der schon gehegten Lei-denschaft und Groll der Zorn gesellte, sich überlistet undbetrogen zu sehen. Wir lassen die Frauen in ihremZufluchtsorte und gehen nach seinem Pallaste in derStunde zurück, wo er auf den Ausgang seines schänd-lichen Anschlages harrt.