Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
119
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Fröhlichkeit, welche der Anblick des Mahles dem giebt,der es mit Schweiß und Mühe verdiente. Der Po-lenta war für die Mitesser zu wenig, und ein jederschielte mit dem Gedanken hin, wie viel von seinemAppetite unbefriedigt bleiben werde. Wahrend Rcnzodie Familie begrüßte, schüttete Tonio die Polenta aufdas dazu bestimmte buchene Hackebret, daß ein Dampf-wirbel um sie aufstieg. Die Frauen baten Renzo, derSpärlichkeit des Mahles ungeachtet, zu Gaste, wasdie Bewohnerder Lombardei nie unterlassen, geschähees auch dem reichsten Schlemmer und wäre es ihrletzter Bissen.

„Ich danke," sagte Renzo, „ich komme blos,um mit Tonio ein Wort zu reden- Jst's Dir recht,Tonio, so gehen wir und essen in dem Wirthshause,damit es die Deim'gen nicht störe." Dies unverhoffte'Anerbieten kam Tonio'n sehr gelegen; die Frauen hat-ten auch nichts dawider, einen Mitesser, und zwar denstärksten, weniger zu haben, und der Eingeladene begabsich mit Renzo von dannen. Sie langten im Wirths-hause des Dorfes an und ließen sich daselbst gemäch-lich und einsam Nieder, denn das allgemeine Elendhatte alle Gäste verscheucht. Sie ließen sich dasWenige, was zu haben war, aufrischen, tranken einGlas Wein, und Renzo sagte geheimnißvoll zu Tonio:„willst Du mir einen kleinen Dienst erzeigen, so ver-gelte ich Dir ihn mit einem großen."

„ Sprich, sprich," entgegnet-Tonio einschenkend,