74
begleitenden Bruder zur Seite, schritt er ins Haus,über den Hof hinweg durch eine ihn mit lästiger Neu-gier angaffende Menge, die Treppen empor unddurch die ganze Nitterschaar dem Hausherrn zu, der,von den nächsten Verwandten umgeben, mitten imSaale stand. Er hatte das Haupt stolz aufgeworfenund sah zur Erde» die linke Hand an den Degcn-knopf gelegt, mit der rechten den Kragen des Man-tels auf der Brust zusammenziehend. Antlitz undHaltung des Bruders Christoforus sagten der ganzenVersammlung klar und deutlich, daß er nicht ausmenschlicher Furcht der Welt entsagte, und aller Her-zen versöhnten sich ihm. Als er den Beleidigten er-blickte, beschleunigte er seine Schritte, warf sichknieend vor ihm nieder, die Hände kreuzweis über dieBrust gelegt, neigte sein kahles Haupt und sagte:
„Ich bin der Mörder Eures Bruders. Der Himmelweiß, daß ich ihn Euch gern mit meinem Blute wiedererkaufen möchte, da dies aber nicht geschehen kann,so begnügt Euch um Gottes Willen mit meiner zwarunwirksamen und späten, aber aufrichtigen Abbitte!"
Alles blickte unverwandtem Auges auf den Knie-enden und den Nobile, Alles lauschte auf dessen Ant-wort. Als Christoforus schwieg, lief ein leises Ge-murmel des Mitleids und der Achtung durch die Ver-sammlung. Der Nobile, welcher mit erzwungenerHerablassung und sichtbarem Zorne dastand, verlorbei diesen Worten seine Fassung und sagte, sich zu