Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
63
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sellschaft, und nur ihre Schroffheit konnte ihn zurück-halten. Halb Neigung-, halb Haß erfüllt, und daer sich ihr nicht vertraulich nahem und doch in einemBezüge mit ihr stehen wollte, entschloß er sich, mit denErsten der Stadt an Pracht und Aufwand zu wett-eifern. Dadurch zog er sich von allen Seiten Feind-schaft und Neid zu, und machte sich mehr als ein Mallächerlich. Seine rechtschaffene und heftige Gemüths-art verwickelte ihn aber mit der Zeit in ernstere Kam-pfe. Er hegte einen unbezwinglichen, grenzenlosenAbscheu gegen alle Unterdrückungen und Ungerechtig-keiten, einen Abscheu, der um so starker in ihm ward,als er diejenigen, welche sich das Meiste zu Schuldenkommen ließen, persönlich hasste. Diesem Abscheue zugenügen, ergriff er bei jeder Gelegenheit die Parthekgemißhandelter Schwacher, gerieth aus einem Streitein den andern, und trat so am Ende als erklärter Ver-theidiger und Racher der Unschuld auf. Diese Stel-lung war sehr schwierig. Er hatte eine Menge Feinde,Abentheuer und Sorgen, und fühlte sich nicht blosmit der Welt uneins, sondern sogar mit seinem In-nern, da ihn seine Absichten oft selbst zu Schleich-wegen und Gewaltmitteln, die sein Gewissen nie bil-ligte, zwangen. Er war genökhigt, immerfort einetüchtige Schaar Bravi um sich zu haben und zwar,damit er sich auf sie verlassen konnte, die verwegenstenund also auch ruchlosesten; er war gezwungen, Mitdiesen Schurken, um der Gerechtigkeit willen, zu leben.