Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
61
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denen langgewohnte Enthaltsamkeit bei weitem mehran Würde gegeben als an Ausdruck genommen hatte.

Seine tiefliegenden Augen waren meistens zurErde gewendet, zuweilen funkelten sie aber mit plötz-licher Lebhaftigkeit auf. Pater Ehristoforüs hieß ei-gentlich Ludoviko und war der Sohn eines Kaufmannes,der mit dem Handel viel verdient, sich am Ende sei-nes Lebens davon zurückgezogen und den großen Herrngespielt hatte. Er bereitete dann im Innersten, daßer jemals etwas in der Welt leistete, schämte sichseines frühem Gewerbes und suchte jede Erinnerungdaran zu vernichten. Demungeachtet mußte er aberimmerfort an seinen ehemaligen Tuchladen, seine Bal-len, Handlungsbücher und Elle, mitten in den glän-zendsten Gastereien, denken, und fand nie vor ihnenRuhe. Wer bei ihm beliebt sepn wollte, durfte in-deß nicht wagen, auch nur mit einer Silbe seines frü-heren Standes zu erwähnen. Dafür folgendes Bei-spiel: Eines Tages war die Tafel zu Ende, die all-gemeine Lust eben aufs höchste gestiegen und derHausherr scherzte freundlich mit einem der wackerstenZecher und Schmausen. Dieser, der gutmüthigsteNarr von der Welt, gab in seiner Unschuld ein aufdie Anrede passendes Lonmoft und zwar dem Handelentlehnt, heraus. Das Wort war kaum über seineLippen, als er cs auch schon bereuete. Schüchternblickte er nach seinem Wirthe auf, dessen Antlitz sichim Nu umwölkt hatte- Die anderen Gaste suchten