Als er den Flecken erreicht hatte, fragte er nachdem Doktor; man wies ihn zurecht und er ging hin.Er fühlte beim Eintreten alle Schüchternheit, die dieGegenwart eines Vornehmen oder Gelehrten dem Ar-men, Ungebildeten cinflößt, und seine schönen gelerntenWorte waren vergessen. Ein Blick auf die Hahnegab ihm wieder einigen Muth. Er fragte das Dienst-mädchen in der Küche, ob er den Herrn sprechenkönne? Das Mädchen erblickte die Thiere und wollte,an solche Geschenke gewohnt, Hand anlegen, Nenzo« hielt sie aber fest, weil er dem Doktor doch müssesehen lassen, daß er etwas bringe. Wahrend dieseskam der Doktor selbst an, und sagte: „Gebt hinund kommt ins Studierzimmer." Nenzo machteeinen tiefen Bückling, der Doktor sagte noch ein Malgnädig: „kommt, mein Sohn!" und führte ihnins Zimmer. An dessen Hauptwand stand ein unge-heures Gestell mit alten, bestäubten Büchern; inder Mitte eine Tafel voll aufgeschlagener Werke, Bitt-Schmäh - und Klagschriften, zwei bis drei Stühlehcrumgcstellt, und ein alter mit Kuhhaut überzoge-ner Lehnstuhl, dessen Arme sich wie Hörner hochemporstreckten. Der Doktor war in Hauskleidung,nämlich einem schmutzigen Oberrocke, der ihm vor Alterseinmal in Mailand bei feierlichen Gelegenheiten ge-dient hatte. Er schloß die Thüre und machte demJüngling mit den Worten Muth: „Tragt mir EureSache vor, lieber Sohn!" —-
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