ich geschworen hätte, nichts zu verrathen. Lebt wohl;es ist nur für uns Beide verlorne Zeit."
Be! diesen Worten eilte sie rasch in den Gartenund schloß die Thüre. Renzo erwiederte ihren Gruß,ging langsam und still zurück, damit das Geräusch sei-ner Schritte ihr nicht den Weg anzeige, welchen ernahm. Als er aber aus dem Gehöre und Gesichte derguten Frau war, rannte er in höchster Eile davon,stand im Nu vor Don Abbondio's Thüre, ging insHaus, nach dem Saale, wo er ihn verließ, traf ihndaselbst noch an, und schritt trotzig und mit zornglühen-dem Auge aus ihn zu. r ,
„Nun, was giebts denn?" rief Don Abbondio.
„Wer ist jener Mächtige," sagte Renzo.mit ei-ner Stimme, die schleunige Antwort zu verlangen schien,„wer ist jener Mächtige, der sich meiner Heirath mitLuzien widersetzt?"
„Was? was? was?" stotterte der arme Er-staunte, mit kreideweißem, schlaffen Gesicht, undsprang von seinem Sessel auf, der Thüre zu. AberRenzo hatte dies vorausgeschen, kam ihm zuvor, ver-schloß den Eingang und steckte den Schlüssel zu sich.
„Nun, Herr Pfarrer, werdet Ihr wohl reden?Jedermann kennt mein Schicksal, nur ich nicht, undzum Henker ich möchte es doch auch gern wissen! Wieheißt er?"
„ Renzo, Renzo! Barmherzigkeit. Bedenke, was
'Du thust, bedenke das Wohl deiner Seele."
I. C