Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
15
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so nun stets zum Uebergewichte hielt, .kleiner flüchtigerBeleidigungen nicht achtete, mit Unterwürfigkeit ernst-lichere und überdachtem aufnahm, und durch im-merwährende Komplimente und launige Ehrerbietungselbst dem Mürrischsten, Trotzigsten ein Lächeln ab-nöthigte, wenn er ihm begegnete; war cs dem armenManne gelungen, sich sechszig Jahre lang frei vonbedeutendem Unglücke zu erhalten. Es sey damit nichtgesagt, daß nicht auch er seine Galle besessen habe.Dies stete Dulden und Ncchtgeben, so viele schweigendverschluckte bittere Bissen, hatten ihn dermaßen er-M-tert, daß seine. Gesundheit, hätte er sich nicht aufeine andere Art Luft machen können, sicher darunter'gelitten haben würde. Da es nun aber damals aufder Welt und auch in seiner Nahe Menschen gab, dieer als unschädlich kannte, so konnte er an diesen seinelang verhaltene Wuth auslassen, und sonach auch sichdas Recht Vorbehalten, Grillen zu haben und mit Un-recht zu klagen. Ferner war er der strengste Sitten-richter gegen alle, die sich nicht nach ihm bequemten-Der Geprügelte war allemal wenigstens ein Einfalts-pinsel, der Ermordete ein störrischer Mensch gewesen.Wer gegen einen Vornehmen Recht behalten wollte,den erklärte Don Abbondio immer für toll und warfseine Gründe über den Haufen. Schwer konnte ihmdies nicht fallen, da Recht und Unrecht sich selten alsvöllig klar und entschieden darstellen. Besonders abererhob er seine Stimme gegen diejenigen seiner Amts-