Druckschrift 
2 (1828)
Entstehung
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seine Seele, wie die Stimme eines unsichtbaren, un-gekannten Warners.

Als der Hammer endlich elfmal angeschlagen hat-te, die Stunde, wo Renzo aufstehen wollte, richteteer sich halb empor, auf die Knie, verrichtete mit un-gewöhnlicher Jnnbrunst sein Morgengebet, sprangauf, dehnte sich, streckte Arme und Beine von sich,rüttelte Leib und Schultern, wie um alle Glieder inOrdnung zu bringen, was jedes einzelne selbst zuthun schien, hauchte in die eine, in die andere Hand,rieb sie, machte die Hüttenthüre auf und sah vor al-len Dingen rings umher, ob ihn auch Niemand ge-wahre. Da er Niemand sah, suchte er mit den Au-gen den. gestern gewandelten Fußweg, erkannte ihnalsbald, deutlicher, bestimmter als er ihm im Ge-dächtnisse verblieben war, betrat ihn.

Der Himmel verkündete einen schönen Tag. Aufder einen Seite der Mond, bleich und strahlenlös, indem aschgrauen , unendlichen Azurfelde schwimmend,das sich gen Morgen leicht und leise in ein röthlichesGelb färbte. Tiefer am Horizonte zogen sich einigeungleiche, lange Wolkenstreifen über ihn hin, mehrhimmelblau als schwärzlich, die unteren Randerderuntersten mit Flammen gesäumt, die immer mehrund mehr aufloderten; gen Mittag leuchteten andereWolken, leicht und luftig zusammengehaucht , in na-menloser Farbenpracht. Wie rein ist nicht der Him-mel der Lombardei, wenn er rein ist, wie strahlend,