sage ich, so viele Leute so unaufhörlich an, zu kom-men, zu schwinden, daß sie weit weit die Gedanken anSchlaf verscheuchten: der Kaufmann, der Notar,die Sbirren, der Schwertfeger, der Wirth , Ferrer,der Präsident, die Gäste aus dem Wirthshause, alledie Volkshaufen von den Straßen, auch Don Ab-bondio, Don Rodrigo,-und alle, alle frischten Er-innerungen an Unheil und Groll an.
Nur drei Gestalten brachten ihm keinen Schmerz,standen rein und lieblich vor ihm. Zwei, sie waren sichwohl ungleich, aber dem Herzen des Jünglings sonah und befreundet, mehr als die dritte: schwarzeLockenflechten, graues Silberhaar. Und doch warder Trost, den das Herz empfand, weilte der Gedankebei ihnen, nicht rein, nicht ruhig. Schaamerglühtüberseine Uebereilung, häßliche Unmäßigkeit, Gecingachtungdes väterlichen Rathes, sah er den ehrwürdigen Kloster-bruder. Und Luzia! — Ach, wir versuchen nicht zu sagen,was er bei ihremAnblicke empfand; bedenke der Leser dasGeschehene, empfinde selbst! —Und die arme Agnes, ervergaß sie nicht, die arme Agnes, die ihm doch ihreeinzige Tochter gab, die ihn schon gleich ihr liebte, undehe sie noch den Mutternamcn von ihm empfing,doch schon wie eine Mutter mit ihm sprach, für ihnsorgte, in Allem, was sie für ihn that, seine Mutterwar. Aber mehrte es nicht gerade seinen Schmerz,war cs denn nicht um so bitteres Gefühl, wann erdenken mußte, daß eben um dieser Liebe, dieses