137
Ackerland, erblickte das Wachhaus und ging daraufzu. Die wurmstichige, durchlöcherte Thüre warschloß - und riegellos angelehnt. Renzo öffnete,trat ein; in der Höhe schwebte, von Bastseilen undZweigen gehalten, eine Flechte, nach Art der Hänge-matten. Er dachte nicht daran, hinaufzusteigen, saham Boden ein wenig Stroh liegen, und auch hier,auch auf ihm konnte Schlaf erquicken-
Bevor er sich auf das Lager streckte, das die Vor-sehung ihm gebettet hatte, dankte er knieend für dieWohlthat, den Schutz, den sie an diesem furchtbarenTage ihm verlieh, verrichtete sein gewöhnliches Abendge-bet und bat seinen Herr Gott um Vergebung, es amvorigen Abend unterlassen zu haben, wie ein Hund,ja schlimmer wie ein Hund — so sagte er — schlafengegangen zu seyn. „ Und darum," dachte er sichhinzu, stemmte die Hände gegen sein Strohlager undlegte sich nieder, „darum eben hatte ich am Mor-gen auch ein solches Erwachen!" —
Sorgfältig las er alles umhergestreute Stroh zu-sammen, legte es sich theils unter, theils breitete er esüber sich als Decke aus, zum Schutz gegen die auchin die Hütte empfindlich dringende Kalte, kroch dannzusammen, zu recht festem Schlafe, den er sich, meinteer, an diesem Tage übertheuer erkaufte.
Kaum hatte er die Augen geschlossen, so fingenin seinem Gedächtnisse, oder in seiner Einbildung,—ich kann den Ort nicht genau nennen — es singen,