132
Kleidern befand, die er angezogen hatte, seine Hoch-zeit zu feiern, sich darin nur wenige Schritte, aufwenige Augenblicke von seinem Hause zu entfernen,nicht sehr angenehm seyn. Unerträglich ward aber seineLage durch das unstäte, abentheuerliche Umherirren,Suchen nach Ruhe und Sicherheit.
Mußte er dann und wann ein Dorf passt'ren, soschlich er leise leise weiter, sah vorsichtig hin und her,ob noch irgend eine Lhüre offen sey, erblickte aber nie-mals andere Zeichen noch wachender Bewohner, alsirgend einen matten Lichtschimmer durch die Klinzeneines Fensterladens. Kam er vor das Dorf, so blieber fast bei jedem Schritte lauschend stehen, ob nichtdas ersehnte Rauschen der Adda von fernher in seinOhr treffe, — vergebens. Er hörte kein anderes Ge-räusch, als Hundegeheul, das aus einer oder der an-' deren abgelegenen Hütte drohend oder winselnd er-tönte. Kam er naher, so ward cs zum anhaltenden,wüthenden Gebelle, er hörte, sah gleichsam, ging erder Hütte vorüber, das wilde Thier, mit der Schnau-ze gegen die Thürpfosten rasend, sein heiseres Tobenund Wüthen verdoppeln und die Lust verging ihm,anzuklopfen, um Nachtlager zu bitten. Er hatteauch, ohne die Hunde, nicht den Muth gehabt, es zuthun- — „Wer ist da?" dachte er bei sich: „Waswollt Ihr zu dieser Stunde? wie kommt Ihr hierher?Weist Euch aus; könnt Ihr nicht ins Wirthshausgehen? Das wird man auf mein Pochen zur Ant-