Ehre gereichen. Jndeß können wir zu seiner Entschul-digung anführen, daß er sich zum erstenmal in seinenLeben in diesemZustande befand,und eben aus der Ur-sache, daß er nie an Ausschweifungen gewohnt war,lies die gegenwärtige so schlimm ab. Die wenigen Glä-ser, welche er, gegen seine Art, theils um die Trocken-heit seines Mundes zu mindern, theils in einer ge-wissen Gemüthswallung, in der er an kein Maaßdachte, so hastig hinunter stürzte, waren ihm alsbaldzu Kopfe gestiegen, ob sie gleich einen geübterenTrinker gar isscht gerührt haben würden. Hieraufgründen wir die unmaßgebliche Bemerkung: daß eingemäßigtes, ehrbares Wesen, jemehr es in einemMenschen Wurzel und Grund faßte, desto leichterden Vortheil gewahre, ihm, wenn er einmal fehlte, un-mittelbaren Nachtheil, Verdruß und Verlegenheit zu be-reiten: so daß er lange Zeit nachher noch daran denkenmuß, und das geringste Vergehen ihm zur Lehre gereicht.
Wie dem auch immer sey; als dieses erste UebclRenzo's Gehirn umhüllt hatte, brachten ihn Weinund Worte, jener hinab-, diese hinaufströmend, ohneRegel und Verstand, nach und nach auf den Punkt,wo wir ihn verließen.
Er war sehr redselig geworden; an Zuhörern,oder zum wenigsten an Gegenwärtigen, die er alsZuhörer betrachten konnte, fehlte cs nicht, und eineZeit lang ging es mit dem, was ec sagte, noch so so.