72
Nach und nach verlor er aber die Kraft, seine Rede-sätze mit einander in Zusammenhang zu bringen;die Gedanken stellten sich ihm nicht mehr klar und be-stimmt dar, wurden dunkel und unverständlich; dieWorte wurden ihm schwerer auszufprechcn, und ersagte ganz andere, als er gedacht hatte. In dieser Ver-legenheit nahm er allemal, aus einem der uns so ver-derblichen, natürlichen Triebe, seine Zuflucht zur Fla-sche. Welchen Trost kann aber dle Flasche Jeman-dem spenden, der nur halb seiner Sinne mächtig ist!
Wir wollen nur Einiges von dem, was er andiesem verhängnisvollen Abend sprach, wiederholen;was wir verschweigen, ist gar zu sinnlos und un-schicklich und würde sich daher in einem gedrucktenBuche übel ausnehmen.
„He, Wirth, Wirth!" sing er wieder an» in-dem er rings um den Tisch, bis zum Kaminwinkel,nach ihm forschte und ihn oft zu sehen glaubte, woer nicht war. „ Wirth, wo bist Du?" ries er durchden Lärm der Anderen. „Ich kann es dir noch nichtvergessen, das verdammte Gefrage nach Vor-und
Zunamen und Gewerbe. Mir so etwas_! Es
war schlecht von dir gehandelt! Zu was nützt es,wem nützt es, welche tolle Idee, einen armen Teu-fel zu Papiere zu bringen? Habe ich nicht Recht, IhrHerren? Die Wirthe sollten es mit ehrlichen Leutenhalten! Hörst du, hörst dü wohl, Wirth? Nichtedich darnach, sey vernünftig! Ihr lacht mich aus?