Druckschrift 
2 (1828)
Entstehung
Seite
31
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alter Mann. Sein Acußercs war entsetzlich: hohle, tief-liegende, wcitaufgerlssene, entzündete Augen, die Run-zeln des Gesichts zu einen, teuflischen Erinzcn verzogen;er schwang, die Hände hoch über dem grauen Schädel,Hammer, Strick und vier große Nägel in die Luft undschrie: damit wolle ec den Proviantmeistcr, sobald manihn habe, an seine eigene Hausthüre aufknüpfcn.

„Schämt Euch, schämt Euch!" rief Renzo unwill-kührlich, entsetzt aus, über diese Worte und denAnblick Anderer, denen sie sehr zu behagen schienen.Ermulhigt hingegen, da er sah, daß wieder Andere, ob-gleich sie schwiegen, seines Gefühles waren, fuhr er fort:„Schämt Euch! Wollen wir zu Henkern werden, ei-nen Christen morden? Wie sollen wir von Gott Broderwarten, wenn wir so gottlos handeln! Blitze wirder hcrabsenden, aber kein Brod!"

„ Hund! Vatcrlandsverräther!" schrie Einer auSder Menge Renzo mit teuflischer Stimme an; „nehmtihn fest, nehmt ihn fest! Er ist ein Bedienter desProviantmeisters, er ist verkleidet, ein Spion, einein Spion! Halt, halt!" Hundert Stimmen krei-schen sogleich auf: „Was giebt's, wer ist's, wo, —Bedienter des Proviantmeisters, — Spion, derProviantmeister verkleidet, — als was, wie, —wo ist er, wo ist er? — haltet auf, haltet aus!" —Renzo verstummt, sinkt und sinkt zusammen, möchtein die Erde versinken, einige der Umstehenden helfenihm sicb verstecken, und versuchen, die feindlichen,