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Adelheid gelobte Standhaftigkeit. Eine alte Hofdame,die ihre Ehrenhüterin war, hatte bei diesem Gespräche wieans Kohlen gestanden. Sie mischte sich jetzt darein undmachte die Bemerkung, daß der längere Aufenthalt desJünglings in dem Zimmer der Prinzessin nicht schicklichsey. Er hob sofort ihre Bedenklichkeit, indem er seine Bo-gelgestalt wieder annahm und in den Bauer schlüpfte. Sicverwahrte das Thürchen mit einem kleinen Vorlegeschlösseund versenkte den Schlüssel in ihren Arbeitsbeutel.
Am folgenden Tage stellte sich der Schneider sehr frühein und begehrte sein Nachopfcr. Der Fürst hatte nochnicht Zeit gehabt, mit seiner Tochter und seinen Ministernzu sprechen. Da er aber den Ehrenmann nicht zum zwei-ten Male mit leeren Händen fortschicken wollte, so be-schloß er, ihm wenigstens vorläufig den Vogel zu überge-ben. Er ging deßhalb ohne Verzug mit ihm zur Prin-zessin und machte ihr mit lachendem Munde die Absichtseines Besuches bekannt.
Sie erblaßte, griff schweigend nach ihrem Diamanten-kästchen und bot es dem Schneider mit diesen freundlichenWorten: „Nehmt meinen ganzen Rcichthum und laßt michdafür im ruhigen Besitz eines unbedeutenden Vogels, derdas Vergnügen meiner einsamen Stunden ist." —
Habakuk lächelte hämisch und antwortete stolz: BehaltetEuren Schmuck, schöne Prinzessin! Wer die Hälfte einesFürstenthums ausschlug, den lüstet nicht nach einer Handvoll Edelgesteine. Ich erbitte mir unterthänigst diesesbunte Bögelchen, das ich aber nicht, wie Ihr, als meinenSpiclgescllschafter füttern, sondern würgen, ausbälgcn undin meiner Naturaliensammlung aufbewahren will. —