X.
Die Schotendiebe.
Jakob Hinz, dcr achtbare Schultheiß eines Dörfleinsam Harzgebirge, kam eines Tages mit gerunzelter Stirnevom Felde zurück und setzte sich grämlich mit seiner Haus-chre zum Abendessen. Sie vermißte bald seine gewöhn-liche heitre Laune und fragte besorgt, ob ihm etwasSchlimmes begegnet sey.
„Nichts von Bedeutung, liebe Marie!" war seine Ant-wort: „Ich bin blos deswegen mißvergnügt, weil ichseit einigen Wochen, einen Tag wie den andern, auf un-fern Feldern Raub und Verwüstung bemerke."
Wirklich? Ach, es gibt böse Menschen!
„Sie dürsten ja nur kommen und mich um dicß oderjenes ansprechcn: wahrlich! ich theilte gern mit."
Das ganze Dorf weiß, daß du kein harter Mann bist.
„Der Armuth zu helfen, ist des Wohlhabenden; Pflicht.Ich lasse nie einen Dürftigen mit leeren Händen vonmir. Warum stiehlt man denn, was man ehrlich erhal-ten könnte?"
Doch wohl, um den Dank zu ersparen. Damit geizenmanche Leute sehr.