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IV.
Die Hand in der Mauer.
Vor einigen hundert Jahren sah man in einem freund-lichen Dörfchen am Rheinnfer, als eben darin die Abcnd-glocke tönte, zwei weibliche Pilgrimme cinwandcrn. Sieschienen, nach ihrer Tracht und Sprache, aus einer fernenGegend Deutschlands zu kommen, nannten sich Mutter undTochter, und äußerten den Wunsch, eine stille Wohnungzu miethen. Man überließ ihnen eine kleine, von Frucht-bäumen umschattete Hütte, die der bisherige Bewohnergegen das letzte dunkle Haus auf Erden vertauscht hatte.
Hier lebten sie ruhig und einsam, wie fromme Kloster-frauen und beschäftigten sich mit künstlicher Stickerei. Nurselten lockte sie ein heiterer Sommerabcnd von dem Rah-men hinweg, um auf den nachbarliche» Fluren frische Lufteinzuathmen. Die gutherzigen Landleute freuten sich immer,sie zu sehen; denn das Angesicht der Mutter war einneh-mend und sanft, die Tochter war schön, wie ein Engel,und Beide betrugen sich gegen jedermann bescheiden undliebreich. Ihren vorigen Wohnort, Stand und Namenwußte man nicht, und niemand forschte darnach.