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beiniger Schneider, der schon vor zehn Jahren eine Fraubegraben hat — der wär' ein Gemahl für Euch! — Aberwir wollen uns nur deßhalb nicht zn früh ängsten. EuresHerrn Vaters Durchlaucht werden Euch und die Hälftedes Reichs an einen solchen Menschen nicht verschleudern.Ueberdieß ist es auch noch nicht ausgemacht, ob er die an-gefangcne Kur glücklich vollenden wird."
Doch das geschah. Der Fürst erwachte nach einem zwölf-stündigcn süßen Schlummer völlig gesund, ließ augenblick-lich den Hofschneider rufen und sprach zu ihm: „Du hastmich vom Tode gerettet, und ich bin schuldig, mein Wortzu halten. Dir gebührt die Halbscheid meines Landes unddie Hand meiner Tochter."
Habakuk verbeugte sich und antwortete bescheiden: „Fürbeide hohe Anerbietungen sage ich unterthänigsten Dank.Ehrgeiz und Liebe plagen mich nicht. Ich bin aber einleidenschaftlicher Liebhaber von Naturseltenheitcn, und erbittemir deßhalb einen gewissen bunten Vogel, den Eure Prin-zessin Tochter besitzt. Wenn Ihr mich damit zu beschen-ken geruht, so will ich auf jede andere Belohnung Ver-zicht thun." —
Der Fürst erstaunte über Habakuks Genügsamkeit, no-thigte ihm aber sein Land und sein Kind nicht weiter auf,sondern beschied ihn auf den folgenden Tag zur Empfang-nehmung des begehrten Vogels. Dieser Aufschub war demHofschneider sehr verdrießlich; denn er hätte gern je eherje lieber dem Liebling der Prinzessin den Kopf eingedrückt.Aber der Fürst hatte dabei die gute Absicht, daß er seinenArzt nicht blos mit der Kleinigkeit, die er sich ausbat,kurz abfertigen, sondern die Art und Weise, wie er an-ständiger zu belohnen sepn möchte, mit seiner Tochter undseinen geheimen Räthen in reifliche lieberlegung ziehen
Lmmbein's sämmtl. Schr. X. Bd. 23