Druckschrift 
6 (1847) Talismane gegen die lange Weile
Entstehung
Seite
296
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Eure Felder sollen von nun an vor uns so sicher sepn,als wären sic mit Wällen und Basteien umschlossen. Wirwollen überhaupt als gute Freunde und getreue Nachbarnleben. Bedürft Ihr irgend cimnal etwas in Eurer Haus-haltung und wir sind im Stande, Euch damit auszuhcl-scn, so soll es mit wahrem Vergnügen geschehen. Wirkönnen mit Kücheugeschirr, Tafeltüchern und mehrcrndergleichen Sachen dienen, die bisweilen bei großen Gast-geboten nicht zurcichcn. Auch besitzen wir einige Fäßleinköstlichen Weins, von dem Ihr Euch gelegentlich einenEhrentrunk abholen könnt. Mit Einem Worte, was unsereArmuth vermag, das steht Euch zu Gebot. Für jetzt ge-habt Euch wohl!"

Was jubelte Marie über den vortheilhaften Nath ihrerverehrten Prophetin! Jakob gönnte ihr gern diesenTriumph, weil er sich dadurch um einige hundert Thalerbereichert sah.

Die bevorstehende Auswanderung der Zwerge war jetztdas allgemeine Gespräch. Das ganze Dorf freute sich aufdieses seltsame Schauspiel. Es kamen deßhalb sogarwie vor einigen Jahren weite Reisen gethan wurden, umdie gegen Frankreich auszichendcn russischen Kosaken zusehen viele müßige Fremdlinge aus fernen Gegen-den an.

Unser Schultheiß befand sich dabei in einer großen Ver-legenheit. Er wollte gern dem Zwcrgkönig, dem er zurDankbarkeit verpflichtet war, einen ruhigen Abzug gewäh-ren , und fühlte sich doch zu unmächtig, den Strom derneugierigen Menge aufzuhaltcn. Am Tage vor dem Jo-hannisfcste waren schon alle Häuser des Dorfs mit schau-lustigen Pilgern angefüllt.