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6 (1847) Talismane gegen die lange Weile
Entstehung
Seite
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Da der Tuchvogel zu wiederholten Malen ans Fenstergeflattert war und Schloß und Riegel dennoch in Ruheblieben, so ward an die Hausthur getrommelt.

Ho, ho!" sprach Hütchen:Ist das ein Mensch oderein Geist? Mich schaudert; denn eben schlug diebedenkliche Stunde. Aber was hilst's? Ich muß dochhinab."

Dem Stadtmeister war ernstlich bange. Er falteteschweigend die Hände, und hatte jetzt ungeachtet dieihm vorher im Wege gewesene dritte Person das Zimmerverließ, um die Hausthür zu öffnen weder Muth nochSinn, die Sittsamkeit der schönen Frau in Verlegenheitzu setzen.

Nach zwei oder drei peinlichen Minuten kam Hütchenmit Händeringen und dem halblauten Geschrei:DerStatthalter! der Statthalter!" zurück.

Wie vom Blitz getroffen war der Konsul. Er sprangauf, warf mit seinem dicken Bauche den Tisch über denHausen und stöhnte jämmerlich:O weh! Der Statthal-ter? Das ist ein vermaledeiter Streich! Ich wollte lie-ber den Satan, als ihn hier sehen! Doch bin ichnicht ein Thor, daß ich mich ängste? Du, Here, treibstdoch gewiß nur dein Narrcnspicl mit uns; denn was inaller Welt sollte Seine Herrlichkeit in stockdunkler Nachthierher jagen?"

Hütchen. Ach leider! kommt er nicht für die langeWeile! Gericht will er hier halten. Er hat Schrei-ber und Häscher, und den wohlbekannten Herrn Schleh-dorn als Arrestanten bei sich.

Stadtmeister. Dirne, du sprichst Unsinn!

Hütchen. Laßt mich ausreden und haltet dann Eureneigenen Verstand so fest, als Ihr könnt! Der Statt-