Tuschen wollte gegen diese Anstalt Einwendungen ma-chen; aber che sie zur Sprache kam, war Hütchen ver-schwunden.
In der neunten oder zehnten Vormittagsstunde des fol-genden Tages nahm er die Gestalt eines jungen Dienst-mädchens an, trippelte flink in Schlehdorns Haus, klopfteden Faulenzer aus dem Bett und sprach: „Frau Hubert,in deren Lohn und Brod ich stehe, bietet Euch einen freund-lichen guten Morgen, und läßt Euch melden, daß bessererRath bei ihr über Nacht gekommen ist. Ihr möchtet alsodie Güte haben, sie diesen Abend um cilf Uhr — keineMinute früher oder später — in ihrem Hause zu besuchenund die bewußten zweihundert Dukaten mitznbringen. Siemüsse, sagte sie, das Kleinod, um das Ihr gehandelt hät-tet, aus Noth verstoßen, und wünsche, wegen gewisserUrsachen, mit dieser Angelegenheit noch heute zu Standezu kommen. Ihr sollt sie deßhalb mit Einem Worte durchmich benachrichtigen lassen, ob der gestern von Euch solebhaft betriebene Handel noch wirklich Euer Ernst scp." —
Ei, das versteht sich! rief Schlehdorn, und seine Augensprühten Funken der Freude. Er knipp das schelmischeZöschen in die rothen Backen, und versicherte, daß er ge-wiß nicht ermangeln werde, sich zu rechter Zeit und mitgefüllten Taschen cinzustcllen.
Bon da lief Hütchen zum Stadtmeistcr und lud ihn ein,halb zwölf Uhr zu kommen. „Meine Gebieterin," spracher, „entdeckte mir zwar nicht ganz deutlich, was sie sospät in der Nacht mit Euch abzuthun habe; allein ich vcr-muthe, daß etwa ein Juwelenhandel, den Herr Hubert nichtwissen soll, unter Euch im Werke sepn muß; denn sie sagte:Ihr hättet ihr für Etwas Haus und Hof geboten; da sichjedoch diese Grundstücke nicht in der Tasche herum tragen