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6 (1847) Talismane gegen die lange Weile
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dieß laut zu bekennen? Er ist zum Glück nicht derhöchste Richter im Lande. Wir wollen doch sehen, ob derStatthalter diese Allianz genehmigen wird. Er war zwarauch, wie mir wohl bekannt ist, in seinen lungern Jahrenein erklärter Freund schöner Weiber; aber er verwaltetsein jetziges Amt, ohne Ansehen der Person, mit Ernstund Nachdruck, und ich habe nie gehört, daß bei ihm derRichter von dem Menschen abhängig sep."

Muß ich auch zu ihm gehen? fragte Suschcn traurig.

Ich wollte dich dieses unangenehmen Ganges gernuberheben;" antwortete Hubert:da ich armer Gichtbrü-chiger aber an Händen und Füßen gelähmt bin, daß ichweder wandeln noch schreiben kann, und keine vertrautePerson um mich habe, die ich an ihn abfertigen könnte,so wirst du dich wohl noch ein Mal entschließen müssen,für unsere gerechte Sache zu sprechen. Erzähle nur demHerrn Statthalter alles haarklein, was Schlehdorn undder Stadtmeister gegen dich geäußert haben, und empfiehlmich Seiner Herrlichkeit zu Gnaden."

Der Statthalter empfing Suschcn viel gnädiger, alsihr lieb war. Die trockene Amtsmiene, mit der er insAudienzzimmer trat, verwandelte sich schnell in ein süßesLächeln, als er die schöne, vorher nie gesehene Supplikan-tin erblickte. Sie beobachtete bet ihrem schüchternen Vor-trage die natürliche Reihenfolge der Dinge, die sie ausdem Herzen hatte, und brachte daher ihres Mannes For-derung an Schlehdorn zuerst zur Sprache.

Seyd darüber ruhig!" sagte der gnädige Herr.Ichwerde gegen diesen betrüglichen Schuldläugner nachdrück-lich verfahren lassen. Er soll binnen drei Tagen, oder ichwill nicht Statthalter heißen, das Kapital sammt Zinsenbezahlen und Euren Gatten überdieß um Verzeihung bit-