jcii. Verlaßt Euch ganz auf mein Wort! Ich bürge fürdiese Schuld, bei der Eures ManueS bekannte Rechtschaf-fenheit den Mangel an Brief und Siegel ersetzt, mit mei-nem eigenen Vermögen." —
Durch diese Zusicherungen des hohen Gönners vollkom-men beruhiget, überlegte Suschen einen Augenblick, ob sienun noch ihre Klage wegen beleidigter Frauenehre an-bringcn wolle. Der Wille ihres Mannes, dem sic in al-le» Fällen blindlings zu folgen Pflegte, entschied über ihreAbneigung, diesen ärgerlichen Punkt zu berühren. Sie thates so ängstlich und stammelnd, als ob sie nicht die beidenLüstlinge, sondern ihre eigene Schönheit verklage.
Ihre Geschichtscrzählung belustigte den Statthalter un-gemein. Er brach besonders über die Zärtlichkeit des Stadt-meisters in ein unmäßiges Gelächter aus. „Wie konnteder ungeschickte Mann sich cinfallen lassen, seine plumpeHand nach der zarten Blüthc Eurer Schönheit auszustre-cken ? Ich werde ihm dafür einen derben Verweis geben.Ihr könntet wohl feinere Männer zu Euren Füßen sehen."— So sprach er und lag Plötzlich vor ihr auf denKniecn. —
Suschen stand zitternd auf. Der Statthalter hielt siefest und sagte feurig: „Himmlisches Weibchen, Ihr habtEmpfindungen in meinem Herzen geweckt, die ich seit zwan-zig Jahren für erstorben hielt! Beglückt mich mit einemFunken Gegenliebe, und fordert dafür alles, was ich Euchgewähren kann!" —
„Ich begehre nichts;" antwortete Suschen: „ich erbittemir nur die Erlaubniß, Euch zu verlassen." —
„Doch nicht ohne einen Kuß und ohne die Bestimmungeiner traulichen, der Liebe geweihten Stunde?" —
Mein ganzes Leben gehört der Tugend und meinem