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6 (1847) Talismane gegen die lange Weile
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schah, aufs Läugnen verlassen; aber ich war Zeuge, unddu kannst dich auf mich berufen."

Bernhard hörte die Rüge gegen seinen Koch mit hefti-gem Kopfschütteln und andern Zeichen des Mißfallens an,und versprach, den Verbrecher zur Verantwortung zu zie-hen. Mit diesem Bescheide schien der Chefiscal zufrieden,und empfahl sich freundlicher, als er gekommen war.

Der fromme Bischof hatte sich, wenn er auf die Bahnseiner Jugend zurücksah, im Betreff des sechsten Gebotskeinen Fehltritt vorzuwerfcn; die Sünder gegen dasselbewaren ihm ein Gräuel, und er bediente sich nie einerstumpfen Ruthe, wenn er sie züchtigte. Dieß erfuhr HerrTobias, der über den Grimm seines Herrn nicht wenigerschrack und sich schnell hinter den Schirm des Läugneuszu flüchten suchte; aber der Bischof trieb ihn durch Hüt-chens Zcugniß wieder hervor, und er verstummte.

Desto weiter that er gegen seinen Ankläger den Mundauf und empfing ihn, als er sich das nächste Mal in derKüche blicken ließ, mit den niedrigsten Schimpfredcn.

Mäßiget Euch, Herr Tobias!" sprach Hütchen:Ihrsepd gar nicht der Mann, der sich so breit machen darf!

Daß ich Eurem Herrn die Wahrheit gesagt habe, könnt

Ihr mir doch wohl nicht ins Angesicht läugnen? Wä-ren wir unter vier Augen, so wollt' ich Euch zum Be-

weis, daß ich Eure Streiche sah und hörte, an gewisseDinge wieder erinnern, die wahrlich, wenn Ihr nicht al-les Schamgefühl verloren habt, Eure runden Vollmonds-wangen mit glühendem Purpur schminken sollten."

Schweig, rief der Koch, oder ich schminke dich mit Ohr-feigen!

Nur her damit!" sprach Hütchen, und stemmte dieArme keck in die Seiten.