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gehört und mit Drohungen beantwortet hatte, schien erzu grollen, und vermied sorgfältig, ihm irgendwo zu be-gegnen. Bernhard ließ sich das gern gefallen, und wargar nicht angenehm überrascht, als Hütchen einst unver-muthet in sein Zimmer trat.
„Du wirst gehört haben," sprach er, „daß mich deinekaltsinnigc Aufnahme nicht abgcschrcckt hat, in Hildcsheimzu bleiben. Es werden wohl, wie du voreilig besorgtest,keine Klagen über Unfug und Tumult wider mich eingc-laufen scpn; ich aber komme jetzt, dir den unsittlichen Le-benswandel eines deiner Diener zur gerechten Bestrafunganzuzcigen. Dein Koch Tobias buhlt — wie ich unterder Hülle der Unsichtbarkeit mehrmals beobachtet habe —auf die unzüchtigste Weise mit dem Eheweibe eines An-dern, dessen Namen ich mit gutem Bedacht verschweige.
. Ich hätte dem schändlich betrogenen Manne zwar selbstdie Augen öffnen können; allein ich mag nicht wieder eineso blutige That veranlassen, wie der Mord des Graft»von Winzenburg war. Es reuet mich noch jetzt, daß ichdamals nicht vorsichtiger zu Werke ging; doch ist meinEifer für die Rechte des Ehebettes, zu dessen Schutzgeistich mich erkläre, deshalb nicht erkaltet. Ich verfahre nuranders: ich wirke — besonders wenn der beleidigte Theilein junger Hitzkopf ist — durch die dritte oder vierteHand, ohne daß er ein Wort davon erfährt, um nicht inseiner Brust den Geist der Rache, wie einen schlafendenLöwen, zu wecken. Nach diesem Grundsätze verklage ichden losen Tobias bei dir. Nimm ihn scharf ins Verhör,und drohe dem Buben mit Ernst, daß du ihn, wenn erauf dem verbotenen Wege der Wollust fort wandelte,plötzlich verabschieden würdest. Er wird sich wahrschein-lich, weil der Frevel immer bei verschlossenen Thüren ge-
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