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denn die freundlichste Weibcsgcstalt verbirgt oft einen un-holden Plagegeist, der sich nur in den ersten Honigwochendes Ehestandes wie ein sanftmüthigcr Engel geberdet, dannaber so gewaltig im Hause poltert, daß man vor Angstdie Wände Hinanlaufen möchte.
„Ich danke, Herr Gras, für Eure wohlgemeinte War-nung versetzte der Burgmann: „aber so arg wird esmein hcrzgutes Liebchen nicht treiben."
Du bist ein vernünftiger Mann, sprach der Graf, undwirst also auch eine vorsichtige Wahl getroffen haben. Ichwünsche dir Glück, und werde meinem Küchenmeister be-fehlen, dir am Tage der Hochzeit eine Tafel von so vielGedecken, als du Gäste zu bitten denkst, ans meine Kostenbestellen zu lassen. —
Konrad führte die liebe Gespielin, nach der er sich inseinem Einsiedlcrthume lange gesehnt hatte, bald daraufheim. Der Graf vergaß nicht, seine Mundköche, verspro-chener Maßen, in Thätigkeit zu setzen, und sie bereitetenim größten Saale der Burg ein so stattliches Gelag, alsob er sich selbst vermählte.
Seine Gegenwart erhöhte den Glanz des Festes, under saß an der Seite der blühenden Braut. Er belagertegleichsam ihre Reize mit starren, lüsternen Blicken, undzwang sie oft durch Schmeicheleien und leichtfertige Scherze,die er ihr ins Ohr raunte, zu einem schamhaften Erröthen.Die Gäste bemerkten bald, daß der Graf seinen Dienerbeneide. Die Nachbarn zischelten sich ihre Beobachtungenzu, und wechselten mit Andern, die entfernt saßen, bedeu-tende Augcnwinke. Alles dicß entging dem Bräutigamnicht, und er fand an dem Zeitvertreib seiner Gäste wenigBehagen.
Daß sie die Empfindungen des Grafen richtig erlauert