Er kehrte frohlockend zur Heimcith zurück;Doch blühte sein wiedergebvrenes GlückNur noch drei flüchtige Jahre.
Kaum wollt' er entweihen ein heiliges Band,Da rüstere schnell mit gewaltsamer HandDer rächende Tod ihm die Bahre
Er versah sich bald nach seiner Rückkehr mit einem zahl-reichen und glänzenden Hofstaate. Ein Burgmann konntedabei, nach der damaligen Sitte, nicht fehlen. Er wähltedazu einen junge» Mann von armer, aber edler Geburt,der sich durch nntadelhastc Sitten, Diensteifer und Treuesehr beliebt bei ihm machte.
Wie Kraniche wachsam, wie Löwen voll Muth,Verwaltete Konrad der Winzenbnrg Huth.
Eines Tages sprach er bescheiden zum Grafen: „Ver-gönnt mir, gebietender Herr, ein Wort aus dem Herzenzu sprechen! Ich liebe ein sittsames Mädchen. Seitdemdünkt mich die Burgwart" so öde, so leer, daß ich nichtlänger einsam darin Hausen kann. Ich sehne mich immerund immer nach der Gesellschaft meiner guten Sabine,und bitte daher um Eure gnädige Erlaubniß, mich zu be-weiben."
Das sep dir nnvcrwehrt! antwortete der Grast Aber,Konrad, bedenke wohl, was du thnst! Man sieht oft Män-ner mit düstern Blicken hcrumschleichcn, die sich von ihrertäglichen Tisch - und Bettgesellschast gern wieder trennten;
* Die Burgwart war bei den alten Rittcrschlvssern ein be-festigter Ort, um den ankvnnnenden Feind zu entdecken.Hier wohnten die Burgmänner, deren Amt eS war, dieBurg zu bewachen , zu vcrtheidigcn und die Besatzungderselben gegen den Feind anzuführcn.