Klostcrschwestern mitzuthcilen, und las sie auch diesmalihnen vor.
Bei Hakelbergs Namen ward Ursel Plötzlich roth; undals die Acbtissin im Lesen fortfuhr, schauderte das un-glückliche Mädchen heftig zusammen und sank bleich wieein Gppsbild vom Sessel.
Die ganze Schwesterschaft stürzte mit Schrecken über siehin. Zwanzig Stimmen fragten zugleich, was ihr fehle.Aber in starrer Ohnmacht einer Tobten ähnlich, konnte sienicht antworte».
Sie ward zu Bett gebracht und lag einige Stundenin stummer Betäubung. Als sie den Mund wieder öff-nete, sprach sic irre, stieß mit Widerwillen Trank undSpeise von sich, und wenn man ihr Arzcuci bot, begannsie zu rasen. In stetem Wahnsinn verlebte sie sechs Tage.Jetzt kehrte Plötzlich ihr Verstand zurück. Sie kannte dieUmstehenden, sprach einige Augenblicke vollkommen ver-nünftig mit ihnen, und verlangte dringend aus dem Bettezum Fenster. Man führte sic hin. Sie blickte still undstarr in die Wolken und fing au sanft zu lächeln. Indieser Stellung blieb sie einige Minuten. Dann strecktesie die Arme hoch empor, rief: „Hakclbcrg!" und sanksterbend zusammen. — Alle Klostcrschwestern waren be-stürzt, und beweinten den jammervollen Tod des guten,arglosen Mädchens.
Wie aber ein bekannter Seclenforscher behauptet, sollder Mensch im Ganzen (rühmliche Ausnahmen abgerech-net) ein so eigennütziges Geschöpf seyn, daß ihm bei je-dem Ereigniß, selbst bei den traurigsten Begebenheiten,irgend ein für ihn daraus erwachsendes Vortheilchcn so-gleich in die Gedanken springe. So hart und lieblos dießklingt, so war es doch wenigstens hier der Fall: denn in