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6 (1847) Talismane gegen die lange Weile
Entstehung
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Allein nach zwei Minuten regte

Sie leer sich wieder auö der Wand,

lind schloß sich auf und zu, als ob im Hungerdrange

Sie noch deö Brvdeö mehr verlange.

Mitleidig stillet dieß BegehrNosalie mit ihrem lehren Brocken,

Und lieblich tönt es um sie her,

Wie Saitcnspiel und Silberglvcken.

Das fromme Mädchen horcht erschrockenUnd sieht die Wunderhaud nicht mehr;

Doch bald kommt sie zurück und wirft mit DankgeberdeEin Häuflein blankes Gold zur Erde.

Es waren hundert neue Goldmünzen von gleichem Ge-präge. Nosalie besah sie nur von fern. Sie scheute sichvor dieser Gabe mehr, als vor der wunderbaren Geberin,und berührte deßhalb kein Stück.

Am folgenden Morgen stellte sich Bcndir (der neben fei-nem Pförtnerdienst auch das Amt des Kerkermeisters ver-sah) mit Wasser und Brod wieder ein. Er öffnete schonden Mund, um die Gefangene nach der Weise des vori-gen Tages zn höhnenz aber plötzlich ward er mit stierenAugen das Gold auf dem Steinpflaster des Kerkers ge-wahr, und der Spottpfeil, den sein schwarzes Herz ans-werfen wollte, blieb zwischen den Lippen ihm stecken.

Er zog nun geschwind andere Saiten auf, und sprach,indem er nach den Münzen gleichsam liebäugelte, mit einerArt von Entzückung:O, über das prächtige, schimmerndeGold! Potz tausend, die schöne Jungfer ist reich! SchämtSie sich aber nicht der Sünde, daß Sie eine so edle Got-tcsgabe verächtlich auf die Erde wirft?"

Dieser Reichthum ist nicht mein; versetzte Nosalie, underzählte dann die sonderbare Begebenheit dem versteinerten