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6 (1847) Talismane gegen die lange Weile
Entstehung
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Pförtner. Sie schloß mit der Bitte, seinem Gebieter da-von schleunige Meldung zu thun. Das ließ sich Bendirnicht zwei Mal heißen.

Der Graf stutzte, daß es im Thurm spuken solle; dennbisher hatte man seit Menschengedenken nicht die geringsteGeisterspur darin bemerkt. Uebrigens war ihm diese Nach-richt nicht unlieb. Er dachte sofort darauf, sein ohncdießschon blühendes Finanzwesen durch Renten aus der Unter-welt zum Schaß eines Moguls zu erheben. Die hundertGoldstücke, sprach er bei sich selbst, sind zwar dir, als demThurmherrn, ohne Widerspruch verfallen; das ist aber eineKleinigkeit, mit der du dich nicht begnügst. Die Wunder-Hand soll dir bald mehr zollen! Da sie einige Brockenschwarzes Klcienbrod so theucr bezahlte, wie freigebig wirdsie nicht sepn, wenn du köstliches Backwerk ihr bietest!

Er ließ nun von seinem Zuckerbäcker eine silberne Schalemit Confckt füllen, begab sich damit in de» Thurm undbefahl, Rvsalien in ein anderes Gefängniß zu führen.

Indem Meister Bendir diesen Befehl vollstrcckte, stahlrr leise hinter dem Rücken des Grafen zwei Goldstücke,deren Entwendung vcrmuthlich Rosalien zur Last fallensollte. Dieses Rabcnstückchcn bekam ihm aber sehr übel;denn kaum war er zum Kerker hinaus, so begannen seineweiten Pluderhosen, in die er den Raub verborgen hatte,wie ei» Schornstein zu rauchen, und auf seinem rechtenSchenkel empfand er die Glnth eines wüthenden Feuers.Er sprang vor Schmerz wie ein Ballettänzer, fuhr hastigin die Tasche und zog mit versengten Fingern zwei glü-hende Kohlen hervor. Rasch warf er sie weg, und indiesem Moment verwandelten sie sich wieder in Goldmün-zen, die er aber »»betastet nun liegen ließ.