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noch zu stehe» glauben. Die Welt ist nun einmal so schlimmgeartet, daß oft die besten und redlichsten Menschen nichtauf die unschuldigste Weise mit einander umgehen dürfen,ohne dadurch eine Rotte hämischer Lauerer gegen sich zuerregen." —
Ferdinand konnte zwar dieser traurigen Wahrheit nichtwidersprechen, aber sich dennoch auch nicht enthalten, derharten Forderung, die schöne Rosalic nimmer wieder zusehen, seine ganze Bercdtsamkeit entgegen zu stellen. Nacheiner langen Unterhandlung erhielt er endlich einen Frei-paß auf einen kurzen Besuch in jeder Woche. Da keinevorthcilhafteren Bedingungen zu erlangen waren, so ent-schloß er sich zum höflichen Abzug. Nosalie blieb währendder ganzen Scene ihrer stumme» Rolle getreu, und machtekaum ein oder zwei Mal einen schüchternen Anfangsversuchin dem Mienenspicl der Liebe.
Doch los ward ihrer Zunge Band,
Sie plauderte, sie scherzt' und lachrc,
Als in der Folge FerdinandGebrauch von seinem Freipaß machte.
Die Wachsamkeit der Mutter standZwar immer zwischen dem GetändelWie eine feste Scheidewand;
Allein wer kennt nicht AmorS Händel?
Ist er nur einmal bei der Hand,
So scheucht ihn keines Argus Lauern,
Er schwingt sich über Wäll' und Mauern.
So gelang es denn auch der guten Mutter nicht, denStrom der zärtlichen Gefühle zu hemmen, der von Herzzu Herz sich ergoß. Er übertrat zwar nie das Ufer derSittlichkeit; aber die wackere Frau schwebte dennoch inder peinlichsten Unruhe und hatte manche schlaflose Nacht.