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6 (1847) Talismane gegen die lange Weile
Entstehung
Seite
124
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verschlief, wie ei» Murmclthicr, de» größten Thcil desTages; das waren unsere glücklichen Stunden, die wirder zärtlichsten und reinsten Liebe weihten. Dieß Gold-ringlcin an meinem Finger gab mir Lorchen zum Unter-pfand ewiger Treue. Aber ein Ncidhart, der sie liebteund dcßhalb jede» ihrer Schritte belauerte, vcrrieth dasGchcimuiß uuscrs Umgangs dem Vater. Darum schnaubteder alte Bär eines Morgens mich an: Wie lange willder Herr hier Hansen? Da ist Seine Rechnung. Bezahl'Er mich und zieh' Er Seine Straße!

Mit Erlanbniß! So ganz Unrecht hatte Balzer dießMal doch nicht. Studcntenlicbschaft ist ein Unkraut, dasjeder vernünftige Vater ausgätct, sobald cr's gewahrwird. Doch weiter! Die Rechnung war vermuthlich mitdoppelter Kreide geschrieben?"

Mit dreifacher; denn sie überstieg den Bestand meinesganzen Vermögens, sie betrug sechzig Thalcr, und ich hattedoch so sparsam gelebt, daß ich kaum zwanzig verzehrthaben konnte.

Verdammter Blutigel! Und du warst doch nicht etwaso ein Narr, die unverschämte Forderung zu bezahlen?"

Ganz vermocht' ich das nicht; aber ich zahlte meinefünfzig Thalcr auf den Tisch und bat wegen des Restesum Nachsicht.

Dummkopf!"

Aber er fuhr mich an: Was Nachsicht! was Nachsicht!Studenten haben bei mir keinen Kredit. Ich lasse denHerrn nicht von hinnen, bis er mir den letzten Hellerbezahlt!

Ei nun, das konntest du allenfalls zufrieden scpn!"

Lieber Herr Balzer, sprach ich, laßt ein gutes und ehr-liches Wort mit Euch reden! Ich bin braver Leute Kind,