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6 (1847) Talismane gegen die lange Weile
Entstehung
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einer Laterne; denn er war froh, diesen peinlichen Besuchwieder los zu werden.

Als sie aus der Thür traten, kamen ihnen über denSchloßhof herüber einige Menschen entgegen. Die Dun-kelheit verhüllte zwar ihre Gestalt; aber man hörte siesprechen. Mathilde stand horchend einen Augenblick still,riß Plötzlich dem Kastellan die Laterne aus der Hand, flogden Ankommenden entgegen und stürzte mit einem lautenSchrei in Lindhofs Arme.

Sprachlos, Herz an Herz, vermischten sich einige Mi-nuten lang ihre Thronen. Dann stöhnte Mathilde leise:Heinrich, mein Heinrich, vergib mir!" Er flüsterte:Ja,von ganzer Seele!" Mehr wagten Beide nicht, aus Scheuvor den Anwesenden, zu sprechen. Arm in Arm gingensie schweigend ins Schloß, wo sich ihre Herzen ohne lau-schende Zeugen gegen einander öffneten.

Lindhof hatte sich nach Empfang des Schcidebriess aufein Pferd geworfen, und war Mathilden, ohne Hoffnungund bestimmten Zweck, in blinder Verzweiflung nachgeeilt.Doch kein Vorwurf kam über seine Lippen. Dicß rührteMathilden unaussprechlich. Mit herzlicher Reue schloß sieden edcln Mann in ihre Arme. Er wiederholte, daß erihr gern und aufrichtig verzeihe. Der getrennte Bundward aufs Neue'geschlossen. Jetzt fühlte Mathilde sich leich-ter. Diese Aussöhnung war ihr lieber, als ei» Fürstenthum.

An die Reise nach der Hauptstadt dachte sic nun nichtmehr. Sie wollte zur Tante zurück und von dort ausdie Unterhandlungen mit dem Prinzen die glücklicherWeise noch zu keiner Verbindlichkeit gereift warenschleunig abbrechen.

Jetzt entstand aber die Frage, wie sie fortkommen sollte;denn der Gastwirth, der Lindhofen ins Schloß geleitete,

Le-