mußte das entgelten. Er warf sie heftig auf die Dielenund raunte mit kahlem Kopfe davon.
Dieser Vorfall, so unbedeutend er an sich selbst war,hatte den wirksamen Nutzen, daß er Mathilden ein wenigzerstreute. Sie konnte sich nicht enthalten, über die drol-lige Angst des schwachen Mannes zu lächeln; aber sieward sehr ungeduldig, als eine halbe Stunde verfloß undder Ceromonicnmcistcr sich nicht wieder sehen ließ.
Endlich kam er zierlich gekleidet zurück. „O hätten Sicdoch Ihre Nachtmütze gelassen, wo sie war!" schalt ihmdie Gräfin entgegen: „Sie konnten mir während der Zeit,die Sic so nnnöthig ans Ihren Anzug verwendet haben,einen Wagen und Pferde verschaffen."
Wagen und Pferde? versetzte der Elegant: damit könnt'ich nicht aufwartcn, wenn ich auch, mit Jhro gnädigemWohlnchmcn, zehn Nachtmützen über einander thürmtc. —
„O scherzen Sie jetzt nicht! Eilen Sie — besorgen Sieein Fuhrwerk, gut oder schlecht — ich will, ich muß ohneVerzug zurück — es gilt ein theures Menschenleben!" —
Sic setzen mich in Angst, meine gnädige Gräfin; aberich kann weder helfen, noch rathen. Es ist weit und breitkein Wagen zu haben.
„Schaffen Sie mir einen reitenden Boten!"
Auch das bin ich nicht im Stande; denn hier, wo mandas Feld mit Stieren baut, weiß ich kein Pferd anfzn-trcibcn.
„Nun, so bin ich ewig unglücklich!" rief die Gräfinund rang die Hände. Sie ging eine Weile mit heftigenSchritten im Zimmer ans und nieder und schluchzte laut;dann bat sic den Kastellan, sie in den Gasthof znrückzn-führcn. Er eilte mit der größten Bereitwilligkeit nach