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6 (1847) Talismane gegen die lange Weile
Entstehung
Seite
115
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Dvch wie Nachts die Fledermäuse schwirren,So muß ich zu meiner Strafe nunDiese Burg, wo ich versank, durchirren,

Um noch so ein §ureS Werk zu thun:Leichtsinn zu belehren,

Leichtsinn zu bekehren,

Ist der Preis, um den ich einst soll ruh'n.

Mit dem letzten Tone verließ der Geist seinen Platz undschwankte seufzend zur Thür hinaus.

Die Gräfin hatte kein Wort seines Gesanges verloren.Sie sah darin, wie in einem Spiegel, ihr eigenes Bildund schauderte vor sich selbst zurück.O ich Sinnlose!"rief sie:Bin ich eines bessern Schicksals werth? Hab ichnicht eben so, wie diese Unglückliche, mit Eiden gespieltund einen wackern Mann hintergangen? Er war so gut;er athmete nur für mich; er hätte mir sein Leben geopfert;und ich! ich opfere vielleicht das seinige dem Götzen-bilde der Eitelkeit! Wo soll ich Ruhe finden, wenn ersein Schwert, das rächend meinen Busen durchbohren sollte,gegen sich selbst wendet?''

Von dieser Vorstellung gewaltig ergriffen, sprang sieauf und weckte die Kammerfrau, die den ganzen Austrittverschlafen hatte. Sie eilten zu dem Kastellan hinab undklopften an seine Thür. Er öffnete sie, ohne zu fragen,wer da scp. ' Diese Unvorsichtigkeit wurde hart bestraft;denn er glaubte vor Scham auf der Stelle zu sterben,daß er mit der Nachtmütze vor den Augen einer Gräfinerschien. Er hatte sein ganzes Leben hindurch die heiligenGebote des Ceremoniellö gegen Vornehme beobachtet, undnun war er so unglücklich, daß ein solcher Sündenfall nochseine alten Tage befleckte! Die unschuldige Nachtmütze