Doch es führte kaum den Kelch zur Lippe,Sieh, da öffnete sich eine Wand,
Und aus ihr hervor streckt' rin GerippeEine Uhr mit ausgelaufnem Sand.
Dann der Wand entsteigend,
Niö eS. furchtbar schweigend,
Schnett den Weinkel'ch aus deö Andern Hand.
Ich, bestrickt von einer Ohnmacht Banden,Wußte nicht, was weiter noch geschah,
Und als sich die Sinne wieder fanden,
Waren die Gestalten nicht mehr da. —
Aber, nicht genesen,
Sah mein Geist das Wesen
Mit der Uhr, wo ich den Grafen sah.
Dennoch zog mich Leichtsinn inö Verderben.Immer sprach er: Kindisch grübelst du!Freilich müssen alle Menschen sterben!
Tönt dieß alte Lied so rauh dir zu?
Sage, was dich schrecket!
Nudolph schläft; ihn wecket
Euer Braurtanz nicht aus seiner Nuh! —
Fliehend nun des Trübsinns öde Zetten,Stürzend in der Menschen laute Bahn,Schaukelt' ich mich lachend auf den WettenDes Vergnügens in des Leichtsinns Kahn. —Blüth' und Frohsinn warenSchlingen für Lotharen,
Und er trug sich zum Gemahl mir an.
Trunken überflog jetzt mein EntzückenJede warnende Bedenklichkeit,
Ueberbaute sich mit gvldnen BrückenDen gefährlich dunkeln Strom der Zeit;
Und auf meinem Munde
Lag zun« LiebeSbunde
Für den Grafen schnell mein Ja bereit.