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6 (1847) Talismane gegen die lange Weile
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Der gewählte Tag zum HvchzcitfesteWar mit Jubel bald herbeigelacht:

Es erschienen reich geschmückte Gaste,

Und wir tafelten mit stolzer Pracht,

Bei der Becher Klange

Und bei Nundgesange

Fröhlich lärmend, gegen Mitternacht.

Mir ward jetzt, als schwebt' ein Ungewitter,Todesblihe drohend, über mir;

Da bewegte sich ein fremder NitterDurch die Gaffer an des Saales Thür.

Niemand wollt' ihn kennen,

Niemand könnt' ihn nennen;

Sein Gesicht verbarg des Helms Visier.

Blutig war sein Schwert, sein Harnisch düster;Alle bebten, die den Fremdling sahn.

Es entstand ein ängstliches Geflüster;

Doch der Schreckliche sah Keinen an.

Stolz durch das GedrängeDer erschrocknen MengeMacht' er sich zur Tafel freie Bahn.

Und er stellte rasch sich einen SesselMitten zwischen Bräutigam und Braut.

Jede Zunge band des Staunens Fessel;

Seine Kühnheit strafte nicht ein Laut.

Wirth und Gäste schienenMit versteinten MienenBilder bloß, und saßen kalt durchgraut.

Und so saß auch eine bange Weile,

Wie gelähmt durch einen Zauberbann,

Lang und starr, gleich einer schwarzen Säule,Neben mir der wunderbare Mann.

Wie voll Gramgedankcn,

Blickt' er, ohne Wanken,

Ohne Wort und Athemzug mich an.

Langbein's sämmtl. Schr. X. Bd.

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