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6 (1847) Talismane gegen die lange Weile
Entstehung
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wollte schon auf einen der Nebenästc hinüberspringcn;aber jetzt fing und hielt sie ihn fest durch die Bitte: Ihrauf diese Nacht ein Zimmer im Schloß einzuräumen. Siewolle das, setzte fie hinzu, bei dem Herrn Grafen verant-worten.

Das höfliche Männlein erschrack und sah sich durch die-ses Ansinnen in eine höchst unangenehme Lage versetzt.Sollt' er eine Dame, die aus einem der ersten Häuserstammte, mit grundlosen Entschuldigungen von der Schloß-schwelle zurück und wieder in Sturm und Nacht hinaus-weisen? Das ging nicht, das lief gegen den Respekt.Over sollt' er Las nächtliche Hauskreuz des hochgräflichenSchlosses verrathen? Das verletzte seine Diencrtrcue.Zwischen diesen gegen einander stoßenden Bedenklichkeitenwand er sich, wie ein Regenwurm, mit zahllosen Krüm-mungen seines an unterthänige Biegsamkeit gewöhntenRückens, und förderte durch Achselzucken seine Verlegenheitzu Tage.

Nun, Herr Kastellan?" sprach Mathilde:Wollen Siemich beherbergen? Ich bin kein Sonntagskind, und sehedaher auch keine Geister."

Das Männchen erschrack jetzt noch mehr und sagte mitErrölhen: Die gnädige Gräfin sprechen von Geistern. Wiegeruhen Sie darauf zu fallen?

Stellen Sie sich doch nicht so fremd, lieber Mann!"versetzte Mathilde:Ich weiß schon, was der Aberglaubedes gemeinen Hausens diesem Schlosse nachsagt."

Nu» war der Kleine froh, daß er sein Herz erleichternkonnte, ohne der erste Verräthcr zu scpn. Die Stimmedes Volks, sprach er, drischt zwar oft leeres Stroh; aberbisweilen ist dennoch ein Körnlein Wahrheit darin.

Das ist doch wohl hier nicht der Fall?"