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6 (1847) Talismane gegen die lange Weile
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Jch kann es nicht läugnen. Diese Burg durchwandestseit Menschengedenken ein nächtlicher Geist in der Gestalteiner schönen Jungfrau, die bisweilen eine Harfe trägt.Mir zu erscheinen, nimmt er sich nicht die Mühe; aberich hör' ihn oft in den obern Gemächern hcrumschleichen,und allen Fremden, die hier übernachten, stattet er seinenBesuch ab. Er beleidigt sie nicht, sondern geht gewöhn-lich stumm bei ihnen vorüber. Mir sind nur zwei Aus-nahmen seines stillen, friedlichen Betragens bekannt.

Und die waren? Erzählen Sic doch!"

Das will ich einem Poeten überlassen, der beide vorlanger Zeit vorgefallene Geschichten in Reime gebracht,und daraus einen Verlagsartikel für die wandernden Buch-handlungen an den Straßenecken bereitet hat.

Er überreichte jetzt der Gräfin zwei auf Löschpapier ge-druckte Romanzen:

Nummer 1.

Lustige und licbliclie Historia von der Jungfrau zu Dra-cheiisteirr und einem Mönch.

Ich will vom Schlosse DrachensteinEin feines Lied,euch lehren:

Einst zog ein frommer Mönch dort ein,

Um Sünder zu bekehren.

Mir Flammeneifer »prach der Mann,

Und drohte mit dem KirchenbannDem Ritter und den Knappen.

Am Abend ward er zahm gemachtDurch Bacchus süße (Yaven.

Und lag blk übcr'6 Ohr bei NachtIm Duneuberc begraben.

Doch als ihn Traume schon umblühn,

Erweckt um zwölf Uhr plötzlich lhnDas Knarren seiner Thüre.