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6 (1847) Talismane gegen die lange Weile
Entstehung
Seite
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Dcr Besuch und Antrag des Prinzen war ihm ein Ge-hcimniß. Er Lat dcßhalb oft mit Thränen, ihm die Ur-sache ihrer Sinnesänderung zu entdecken. Doch sie gingnie mit der Sprache der Wahrheit heraus, sondern schuhtebald Kopfweh, bald andere kahle Ausflüchte vor. Denstrengen Richter im Innern, das Gewissen, hintergingund schwcigte sie durch den Vorwand: daß sie gegen ihrenVater der die Vermählung mit einem Ncuadelichen zuden verbotenen Mißbündnisscu gezählt habe die Pflichtdes Gehorsams beobachten wolle.

So folternd und selbst gefoltert, durchlebte sie einentraurigen Monat. Indessen waren die Unterhandlungenmit dem Prinzen auf geheimen Wegen fortgesetzt worden-Er hatte zu seiner Fürsprecherin eine Verwandte Mathil-dens gewonnen. Diese Dame, die in der Residenz eingroßes Haus machte, kannte keinen angenehmem Zeitver-treib, als Ehen zu stiften. Ob die Paare, die sie zusam-mcuführtc, mit den Blumcnbandcn der Liebe, oder mitder ehernen Kette der Unverträglichkeit gefesselt waren;ob sic mit einander den Weg des Lebens hinab lachtenoder seufzten: das war ihr übrigens nach der Hochzeitganz gleichgültig.

Bisher hatte sic noch nicht die Freude gehabt, ein fürst-liches Vcrmähluugsgeschäft unter die Hand zu bekommen.Die gegenwärtige Gelegenheit war ihr dcßhalb ein er-wünschter Glücksfund. Sic hatte dabei nicht allein dasVergnügen einer Ehcstiftung an sich selbst, sondern aucheinen weit und breit schallenden Ruhm, und hauptsächlichdurch die Erhebung einer Nichte aus den Fürstcnstuhl,einen mächtigen Einfluß am Hofe zu gewinnen. Welcheschone, dreifache Acrnte! Welcher Sporn zur thätigstenBetriebsamkeit!