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denn auch bei Mathilden eine freundliche Aufnahme; nurmachte das Näthsel seines Besuchs sie verlegen. Er be-freite sie aber bald von dieser Gedankenfoltcr, indem erihr den Wunsch, sich mit ihr zu vermählen, mit der leicht-sinnigsten Freimüthigkeit kurz und bündig eröffneic.
Sie war überrascht und wich einer bestimmten Antwortaus; doch ihrer Eitelkeit glimmende Asche fing plötzlich an,sich neu zu entzünden und Funken der Freude zu sprühen.Heinrichs Schutzheilige, die Liebe, wollte die ausgehendeGlut wieder dämpfen, aber der stärkere Dämon des Stol-zes drängte sie zurück und goß immer neues Oel ins Feuer.
Nach einem kurzen Kampfe schwang sich die Eitelkeitwie ein verjüngter Phönix aus ihrer Asche und stellteMathilden vor, wie fein und lieblich cs sep, Durchlauchtzu heißen, im Fürftenvcrzcichniß aller Kalender zu pran-gen, von den Wachhänsern mit klingendem Spiel, von denThürmcn mit Glockengeläut, von den Wällen mit Kano-nendonner begrüßt zu werden, und mit Einem Worte:die glänzende Rolle einer Landesmnttcr zu spielen. Dassep doch wohl eine schönere Laufbahn, als unter dem schlich-ten Namen einer Frau von Lindhof still und unbemerkt zuleben und zu sterben!
Mathilde, jetzt ganz wieder die Alte, ließ sich von die-ser Sirencnstimme bcthörcn, dem guten Heinrich Wort undTreue zu brechen. Sie hatte nicht die Barmherzigkeit odervielmehr nicht den schamlosen Muth, sich schnell und kurzzu erklären: sie wollte sich langsam und allmälig zurück-ziehcn. Aber Heinrichs Herz war mit dem ihrigen gleich-sam zu einem Doppclhcrzen verwachsen; er litt daher un-aussprechliche Marter, als sie mit leiser Behutsamkeit ih-ren Antheil wieder lostrennte und immer von Tag zuTage verlegener, kälter und einsilbiger ward.