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6 (1847) Talismane gegen die lange Weile
Entstehung
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Um die ehrlichen Leser, die in der Bildersprache nichtbewandert sind und bisweilen von ihr, wie von einemIrrlicht, auf Abwege geleitet werden, nicht zu sehr zu er-schrecken, wollen wir geschwind ihnen sagen, daß die inRede stehende Schlange keine wirkliche, sondern nur eineTitular-Schlange, in schöner menschlicher Gestalt, mit ei-nem Stern und Ordensbande geziert kurz, der Erb-prinz eines benachbarten Ländchcns war.

Er hatte durch Ausschweifungen aller Art seine Kassenerschöpft und seinen Kredit so ganz vernichtet, daß kaumHogarths Wucherer * seinen falschen Schilling dessenendliches Loswcrdcn er vergnügt in sein Tagebuch ein-trug als Darlehn ihm nnvcrtrant haben würde. Ausdiesem Zustand sollte nun Hpmeu, der gewöhnliche Noth-hclfcr, ihn reißen. Da man aber seinen Brautwerber inverschiedenen Fürstenhäusern höflich abwics, so warf erden genealogischen Kalender, worin er sich bisher nachPrinzessinnen mit reichen Aussteuern umgcsehcn hatte, miß-müthig bei Seite und faßte de» Entschluß, von der Leiterseines Standes eine Sprosse herabzusteigcn, und die Ehre,seine Gläubiger zu befriedigen, unserer Mathilde zu gönnen.

Der Drang seiner Verlegenheiten erlaubte keine weitenUmschweife; sie schienen auch dem Fürstcnsohn bei einerGräfin nicht nvthig. Er beschloß deßhalb, den langweili-gen Gcsandtschaftsweg nicht einzuschlagcn, sondern selbstzu kommen, zu sehn und zu siegen.

Er kam. Seine schöne, jugendliche Gestalt, von derdie Stürme seines wilden Lebens nur erst wenige Blüthcnabgcstrcift hatten, nahm überall im ersten Augenblick fürihn ein. Dieses Empfehlungsschreiben der Natur bewirkte

' Der Weg des Liederlichen. Erste Platte.