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6 (1847) Talismane gegen die lange Weile
Entstehung
Seite
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Sie fing an, über die sogenannten Mißbündniffe, als eineErfindung der Thorheit und des Ucbcrmnths, zu lachen.Endlich in einer heitern Stunde kam sie sogar Heinrichsgeheimen Wünschen, die seine schüchterne Bescheidenheit nichtzu entdecken wagte, mit einem freimütigen und nur desWohlstands wegen in Scherz verschleierten Antrag ihrerHand entgegen.

Unermeßlich war Heinrichs Freude, da er so unerwartet,nach langem Schwanken auf dem Meere der Ungewißheit,das Uferland einer glücklichen Zukunft wie eine blühendeRoscnflur vor sich erblickte. Er hatte fast wenn die-ses Gleichniß hier nicht zu niedrig oder zu scherzhaft ist die Empfindung eines zur Schau umher reisenden Rie-sen, der in einem für gewöhnliche Menschen gebauten Wa-gen lange gebückt und eingcschachtelt saß. Wie ein solcherGoliath, wenn er aus dem engen Gehäuse steigt, freierathmend sich reckt und streckt, so dehnte jetzt Heinrichs ge-preßter Geist sich aus. Muthig schwang er die Flügelund war in seinen muntern Regungen liebenswürdiger,als jemals. Der stille, sanfte Jüngling ward plötzlich,wie durch einen Zauberstab, in einen wonnetrunkenenSchwärmer verwandelt. Er warf sich mit der feurigstenErgießung seines Herzens vor Mathilden nieder, und siewar tief und innig gerührt, daß sie ihn durch ein Wortder Liebe so überglücklich machte.

Das traute Paar wandelte nun durch das Paradies dcSBrautstandes dem Altar zu, dessen Stufen Mathilde nichteher, als an ihrem einundzwanzigsten Geburtstage betretenwollte. Aber es sollte nicht seyn! Unfern vom Zieleringelte sich aus den Mprthengebüschen des Weges eineglänzende Schlange, die Mathilden eine lockende Fruchtbot und Heinrichs Herz tödtlich verwundete.