Druckschrift 
3 (1828)
Entstehung
Seite
189
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konnten. Es mag an seinem Nachgeben Willens-schwäche Antheil gehabt haben oder nicht, eSgehört immer zu den Geheimnissen des menschlichenHerzens. Wenn man bei irgend einem Fehltritte alleSchuld auf das Urthcil schieben, das Gewissen ganzfrei sprechen kann; so muß es bei einem Manne ge-schehen, aus dessen innerem Leben, wie aus demFriedrichs der strengste Gehorsam gegen das Gewissen,ohne alle zeitlichen Rücksichten hcrvorgeht. Aufwiederholtes Ansuchen gab er endlich nach, willigte indie Prozession, bewilligte ferner auf allgemeines, drin-gendes Verlangen, daß der Kasten, in dem die Re-liquien des heiligen Karl acht Tage lang auf demHochaltäre des Domes öffentlich ausgestellt werde.

Ich finde nicht, daß das Sanitättribunal oder Je-mand anderes sich dawider aufgelehnt und Ausstel-lungen gemacht hätte. Das Tribunal begnügte sich,Vorsichtsmaßregeln anzubefehlen, die zwar den gu-ten Willen bezeugten, der Gefahr aber eigentlich kei-nen Einhalt thaten; gab strengere Regeln über dieZulassung von Fremden in die Stadt, ließ, derenAusübung zu sichern, die Thore schließen, und um,was möglich sey zu thun: Angesteckte oder der An-steckung Verdächtige von dem allgemeinen Versamm-lungsorte fern zu halten, alle Thüren der in Ver-wahrung genommenen Hauser vernageln, deren An-zahl sich, so weit man der einzelnen Stimme eines