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Geht daraus nicht klar hervor, daß die Geschichten von Emme-lincn und Cassy viele Gegenstücke haben können?"
Die Gerechtigkeit verpflichtet die Verfasserin, auch zu erwähnen,daß dicFrcundlichkcit und Großmuth, welche St. Cläre zugcschricbenwerden, nicht ohne Parallele sind, wie die folgende Anekdote zeigenwird. Vor einigen Jahren war ein junger südlicher Gentleman inCincinnati mit einem Lieblingssclaven, der seit der Kindheit seinpersönlicher Diener gewesen war. Dieser benutzte die Gelegenheit,um seine eigne Freiheit zu sichern, und entfloh unter dem Schutzeeines Quäkers, der in Angelegenheiten dieser Art sehr bekannt war.Der Besitzer war im höchsten Grade aufgebracht. Er hatte denSclaven immer mit so viel Nachsicht behandelt, und sein Vertrauenauf dessen Zuneigung war so groß, daß er glaubte, man hätte ihnverführt. Gr besuchte den Quäker in sehr zorniger Stimmung, dochda er eine ungewöhnliche Aufrichtigkeit und ein redliches Gcmüth besaß,wurde er bald durch dessen Gründe und Vorstellungen beschwichtigt.Die Sache wurde ihm unter einem Gesichtspunkt dargestellt, den ernoch nie gehört, an den er noch nie gedacht hatte, und augenblicklichsagte er dem Quäker, wenn sein Sclave ihm in das Gesicht sagenwollte, es sei sein Verlangen, frei zu sein, so würde er ihn frei lasse».Es fand eine Unterredung statt, und Nathan wurde von seinem jungenHerrn gefragt, ob er je Ursache gehabt hätte, sich über seine Be-handlung in irgend einer Beziehung zu beklagen.
„Nein, Mas'r," sagte Nathan, „Ihr seid immer gut gegenmich gewesen."
„Nun warum verlassest Du mich dann?"
„Mas'r kann sterben, und wer wird mich dann bekommen?Ich möchte lieber ein freier Mann sein."
Nach einiger Uebcrlegnng sagte der junge Mann: „Nathan,ich glaube, an Deiner Stelle würde ich selbst eben so denken. Dubist frei."
Er gab ihm augenblicklich einen Freibrief , legte eine SummeGeldes in die Hände des Quäkers, um auf zweckmäßige Weise dazuangewcndct zu werden, ihm fortznhelfcn, und ließ einen sehr gefühl-vollen und freundlichen Brief mit Rathseblägen für den jungenMann zurück. Dieser Brief war einige Zeit in den Händen derVerfasserin.