Druckschrift 
4 (1852)
Entstehung
Seite
129
Einzelbild herunterladen
 

129

Cbloe lehnte ihren Kopf an die Schulter ihrer Herrin und weinte.Ach,, Misst«, mein Herz ist krochen, das ist Alles "

, ,Jch weiß es,'' entgegnete Mrs. Shelby unter fließenden Thräncn.,,Jch kann es nichtheilcn, doch Jesus kann es. Er heilt die gebroche-nen Herzen, und verbindet ihre Wunden/'

Es entstand für einige Zeit ein tiefes Schweigen, und Alle wein-ten mit einander. Endlich setzte sich Georg zu der Trauernden, nahmihre Hände, und wiederholte mit einfachem Ernst den triumphirentenAuftritt von ihres Mannes Tode und seine letzten Botschaften der Liebe.

Etwa einen Monat später wurden eines Morgens alle Sclavender Shelbysckcn Besitzung in die große Halle beschicken, die durchdas ganze Haus lief, um hier einige Worte von ihrem jungen Herrnzu höre».

Zu dem Erstaunen Aller erschien er unter ihnen mit einem PackPapiere in der Hand, welche die Frcilahung eines Jeden von ihnenenthielten, die er Einem nach dem Ander» vorlas, und dann unterden Seufzer» und Thräncn und Klagen aller Anwesenden übergab.

Viele aber drängten sich zu ihm und baten inständigst, sie nichtfortzuschicken, und mit ängstlichen Gesichtern gaben sie ihre Freibriefezurück.

,,Wir brauchen nicht freier zu sein, als wir sind. Wir hattenimmer Alles, was wir brauchen. Wir wollen nicht den alten Platzverlassen und Mas'r und Missis und das klebrige."

Meine guten Freunde," sagte Georg, sobald er zum Sprechenkommen konnte,es ist nickt nvthig, daß Ihr mich verlaßt. DerOrtbrauckt eben so viel Hände zur Bearbeitung, als zuvor. Im Hauseist dieselbe Bedienung erforderlich, wie früher. Dock Ihr seid jetztfreie Männer und freie Frauen. Ich werde Euch Lohn für EuereArbeit zahlen, wie wir darin Übereinkommen. Der Vorthcil ist, baß,wenn ich in Schulden gerathe, oder sterbe Dinge, die sich zutragcnkönnen Ihr nicht sortgenommen und verkauft werden könnt. Ichdenke die Besitzung beizubehaltcn, und Euch zu lcbren, was Euchvielleicht einige Zeit kosten wird, zu lernen wie Ihr die Rechte be-nutzt, die ich Euch als freie Männer und Frauen gebe. Ich erwarte,daß Ihr gnt sein werdet, und willig, zu lernen, und ich vertraue aufGott, daß ich treu sein werde, und willig, zu lehren; und nun, meineFreunde, blickt empor und danket Gott für den Segen der Freiheit!"