127
Gekleidet in einen neuen Calicoanzug, mit einer reinen weißenSchürfe und einemhohen, stark gesteiften Turban, glänzte ihr schwar-zes Gesiebt von Zufriedenheit, während sie mit überflüssiger Kleinlich-keit alle Anordnungen der Tafel übersah, nur um eine Entschuldigungzu finden, ein wenig mit ihrer Herrin zu schwatzen.
„Hier wird cs nicht natürlich für ibn ausschcn?" sagte sie.„Ich setze diese Schüssel gerade wo er es liebt — gegen das Feuer.Mas'r Georg immer will den warmen Sitz. O gehen weg! Wes-halb nahm Sally nicht die beste Theekanne — die neue kleine, Mas'rGeorg kaufte für Missis zu Weihnacht? Ich werde sie nehmen "raus!Und Missis hat von Mas'r Georg gehört?" fragte sie.
„Ja, Chloe; doch nur eine Zeile, worin er mir sagte, daß erheut Abend kommen würde, wenn es ihm möglich wäre — das istAlles."
„Sagte nichts von mein alt Mann?" sagte Chloe, die sich nochimmer mit den Taffen zu schaffen machte.
„Nein; er sprach von gar nichts, Ebloe. Er sagte, er wollteAlles erzählen, wenn er nach Hause käme."
„Gerade gleicht Mas'r Georg; er immer ist so dafür, Alles zuerzähle» selbst. Sehe nicht auf mein Thcil, wie weiß Volk meistenskann aushalten zu schreiben Dinge, als zu thun —schreiben so lang-weilig, unangenehme Art Arbeit."
Mrs. Shelby läebclte.
„Ick glaube, mein alt Mann wird nicht kennen die JungenSund das Kleine. Herr, sie ist jetzt das dickste Mädchen; gut ist sieauch und hübsch, die Polly! sic ist jetzt aus Haus, zu wachen überKuchen. Ich habe gerade gemacht den Teig, mein alt Mann liebteso sehr zu backen. Just solch einen, als ich ihm machte den Morgen,er wurde genommen fort. Der Herr segne uns! Wie fühlte ich denMorgen!"
Mrs. Shelby seufzte und fühlte bei dieser Anspielung eine schwereLast auf ihrem Herzen.
Ihr war seit dem Empfange von ihres Sohnes Brief peinlichzu Muthe; sie fürchtete, er möchte hinter dem Schleier des Schweigens,hinter dem er sich verbarg, etwas verhehlen wollen.
„Missis hat bekommen die Noten?" sagte Chloe ängstlich.
„Ja, Chloe."