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und Grausamkeit rächen sollte, deren Zeugin sie gewesen war, oderdie sie selbst erdulden mußte.
In einer Nackt, nachdem Alles in Tom's Hütte in Schlaf ge-sunken war, wurde Tvm Plötzlich dadurch aufgeschreckt,, daß er ihrGesicht in der Ocffnung sah, die als Fenster diente. Sie gab ihmschweigend ein Zeichen, hcrauszukomnicn.
Tom trat vor die Tbür. Es war zwischen ein und zwei Uhrin der Nacht — kaltes, stilles, Helles Mondlicht. Tom bemerkte,indem der Mondschein voll in Cnffy's großes dunkles Auge fiel, daßein wilder eigcnthümlicher Glanz, ungleich ihrer gewobntcn starrenVerzweiflung, darin leuchtete.
„Kommt, Vater Tom," sagte sie, indem sie ihre kleine Handauf seinen Arm legte und ihn mit einer Kraft vorwärts zog, als wärebic^Hand von Stahl gewesen; „kommt, ich habe Neuigkeiten für Euch."
„Was, Miß Caffy?" sagte Tom ängstlich.
„Tom, würdet Ihr gern Eure Freiheit erhalten?"
„Ich werde sie haben, Missewenn Gott die Zeit dazu be-stimmt," sagte Tom.
„Ja, aber Ihr könnt sic diese Nacht haben," sagte Caffy mitplötzlicher Entschlossenheit. „Kommt!"
Tvm zögerte.
„Kommt!" sagte sie flüsternd , ihr schwarzes Auge fest auf ihnbestellt. „Kommt! Er schläft — fest. Ich goß genug in seinenBranntwein, um ihn einzuschläfern. Ich wünschte, ich hätte mehrgebabt, so batte ich Euch nicht gebraucht. Doch kommt; die Hinter-thür ist offen; es steht eine Art da — ick habe sie hingestellt; dieTbür zu seinem Zimmer ist auch offen; ich werde Euch den Weg zei-gen. Ick hätte cs selbst gcthan, doch mein Arm ist zu schwach.Kommt mit!"
„Nickt für zehntausend Welten, Missis," sagte Tom fest, undhielt sic zurück, indem sie vorwärts drängte.
„Doch denkt an alle Liese armen Geschöpfe," sagte Caffy. „Wirkönnen sie Alle in Freiheit setzen und in die Sümpfe gehen und eineInsel finden, auf der wir leben können; ich habe davon gehört, daßdas schon geschehe» ist. Jedes Leben ist besser wie dieses."
„Nein," sagte Tom entschieden, „nein. ^GutcS kommt nie vomBösen her. Lieber wollte ich mir die rechte Hand abhauen!"