15
einst einen prachtvollen Salon schmückten, zuletzt verblichen und be-schmutzt in einer widrigen Taverne oder an einem Orte gemeiner Aus-schweifung stehen. Der große Unterschied liegt darin, daß der Tischoder der Stuhl nicht fühlen können, die Menschen aber wohl, ob-gleich das Gesetz sie als eine Sache überantwortet.
Mr. Simon Legrec, Tom's Herr, hatte an verschiedenen Ortenacht Sklaven gekauft, und sic, zu Zwei und Zwei an einander gefes-selt, zu dein Dampfboote „der Pirat" getrieben, welcher an demDamme lag, bereit zu einer Fahrt den rothen Fluß hinauf.
Nachdem er sic an Bord gebracht hatte, und das Boot in Gangwar, kam er mit jenem Wesen der Wichtigthuerci, das ihn charakte-ristitc, um sie zu besichtigen. Er blieb vor Tom stehen, der zu derAuktion in seinen beste» Anzug gekleidet worden war, mit gewichstenStiefeln und schöner, weißer Masche. Barsch gebot er:
„Steh auf!"
Tom stand auf.
„Nimm das Halstuch ab!" sagte er, und alsTom, durch seineFessel» gehindert, damit beschäftigt war. stand er ihm bei, indem erihn nickt sehr sanft stieß, nahm es ihm vom Halse und steckte es indie Tasche.
Legrce wendete sich jetzt zu Tom's Kiste, welche er schon früherauSgelecrt batte, nahm daraus ein Paar alte Beinkleider und einenzerrissenen Nock, welche Tom bei seiner Stallarbcit zu tragen gepflegthatte, nahm Tom die Handschellen ab, deutete auf einen Verschlagzwischen den Kisten und sagte:
„Geb dahin und ziehe das an."
Tom gehorchte und kehrte nach wenigen Augenblicken zurück.
„Ziehe die Stiefeln aus," sagte Mr. Legree.
Tom that es.
„Da," sagte sein Herr und warf ihm ein Paar grobe schwereSchuhe zu, wie sie unter den Sclavcu gewöhnlich waren, „ziehedie an."
Tom hatte während des schnellen NmkleidcnS nickt vergessen,seine tbcurc Bibel in die Tasche zu stecken. Er hatte Wohl daran gc-than, denn nachdem Mr. Lcgree Tom die Handschelle» wieder ange-legt hatte, untersuchte er den Inhalt seiner Taschen. Er zog ein sei-denes Taschentuch heraus und steckte es in die cigneTasche. Verschie-
2 '